Die Veranstaltungsreihe „Eine andere Klasse“ fragt, ob ein dominierendes soziales Milieu innerhalb der Literaturszene existiert. Haben die oftmals akademisch geprägten Akteur*innen eine hohe Sensibilität für diskriminierende Sprache, aber einen weniger starken Sensor für klassenbezogene Marginalisierung und Diskriminierung?
Diesem Umstand möchte die Veranstaltungsreihe an drei Abenden mit den eingeladenen Autor*innen nachgehen, die neben einer hohen literarischen Qualität auch einen biografischen Bezug zum Thema vorweisen. Gelesen werden etwa fünfzehnminütige Texte: Prosa, Lyrik, Szenisches oder Auszüge aus Romanen. Die Lesenden formulieren zudem zwei Thesen oder Gedanken, die sich aus dem gelesenen Text ergeben und die sie mit in das rahmende Gespräch nehmen und dort diskutieren.
LESENDE
Francis Seeck ist Professor*in für Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Demokratie- und Menschenrechtsbildung an der Technischen Hochschule Nürnberg. Die forschungsorientierte Professur ist an der Fakultät für Sozialwissenschaften angesiedelt. Seeck forscht und lehrt zu Klassismuskritik, politischer Bildung, Gender und Queer Studies, Care Theorien, Antidiskriminierungspädagogik und menschenrechtsorientierter Sozialer Arbeit. Gemeinsam mit Renate Bitzan leitet Seeck das Kompetenzzentrum Gender & Diversity. Veröffentlichungen u.a.: „Zugang verwehrt. Keine Chance in der Klassengesellschaft: wie Klassismus soziale Ungleichheit fördert“ (2022, Atrium), „Klassismus überwinden. Wege in eine sozial gerechte Gesellschaft“ (2024, Unrast) und „Klassismuskritik und Soziale Arbeit. Analysen, Reflektionen und Denkanstöße“ (2024, Beltz-Juventa, gemeinsam herausgegeben mit Claudia Steckelberg).
Mareice Kaiser, Jahrgang 1981, arbeitet als Journalistin, Autorin und Moderatorin in Berlin und im Internet. Sie scrollt, schreibt und spricht zu Gerechtigkeitsthemen. Vom medium magazin wurde sie 2022 in die TOP 10 der deutschen Wirtschaftsjournalist*innen gewählt. Von Anfang 2018 bis Ende 2019 arbeitete sie als Redakteurin, Kolumnistin und Podcasterin bei
ze.tt. Von Anfang 2020 bis Anfang 2022 leitete sie als Chefredakteurin das Online-Magazin EDITION F. Mittlerweile arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin für verschiedene Medien zu den Themen Inklusion, Arbeit und Gerechtigkeit. Mit ihrem Essay
Das Unwohlsein der modernen Mutter war Mareice Kaiser 2018 nominiert für den Deutschen Reporter:innenpreis. 2019 verlieh ihr die Stiftung für das behinderte Kind den Medienpreis für das in chrismon erschienene Essay
Nehmen wir dieses Kind?. Ihr erstes Sachbuch
Alles inklusiveerschien 2016 im S. Fischer Verlag. Sie ist Co-Autorin von
Nicht nur Mütter waren schwanger, 2018 Edition Assemblage, von
Kinderkriegen. Reproduktion reloaded, 2021 Edition Nautilus, von
Soll & Habitus, 2021 Sukultur, von
Klassenfahrt – 63 persönliche Geschichten zu Klassismus und feinen Unterschieden, 2022 Edition Assemblage. Im April 2021 erschien ihr zweites Sachbuch
Das Unwohlsein der modernen Mutter im
Rowohlt Verlag, das direkt in die SPIEGEL-Bestsellerliste einstieg. Im Oktober 2022 erschien ihr drittes Sachbuch
WIE VIEL – Was wir mit Geld machen und was Geld mit uns macht, ebenfalls im Rowohlt Verlag. Zusammen mit Rebecca Maskos schrieb sie das Sachbuch
Bist du behindert oder was?, das im November 2023 im familiar faces Verlag veröffentlicht wurde. Im März 2025 erschien
Ich weiß es doch auch nicht – 101 entlastende Antworten auf existenzielle Fragen.
Moderiert wird „Eine andere Klasse“ von Änne Seidel.
Kuratiert werden die Abende von Kevin Kader.
Ermöglicht wird die Reihe mit Mitteln des Diversitätsfonds NRW